Psychotherapeutische Praxis
Verhaltenstherapie in Emmerich


Was ist eine Angststörung und wie wird sie behandelt?

Angst ist zunächst eine gesunde Reaktion, uns effektiv auf Gefahren hinzuweisen und zu schützen. Dabei findet eine physiologische Aktivierung mit diversen körperlichen Symptomen statt (z.B. Herzrasen, schneller Atmung, Schwitzen…). Der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt und kann schnell auf eine Gefahr reagieren. 
Wird dieser evolutionäre Überlebensmechanismus unverhältnismäßig stark oder unverhältnismäßig häufig ausgelöst, obwohl keine Gefahr vorliegt, spricht man von einer Angststörung. 

Symptome einer Angststörung
Angststörungen können eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen:

Psychische Symptome
• Ständige Sorge: Übermäßige und anhaltende Sorgen über alltägliche Dinge.
• Panik: Plötzliche, überwältigende Angstgefühle, die oft ohne erkennbaren Grund auftreten.
• Unruhe: Ein Gefühl der inneren Anspannung und Nervosität.
• Reizbarkeit: Geringe Frustrationstoleranz und erhöhte Reizbarkeit.
• Konzentrationsprobleme: Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren oder den Fokus zu behalten.
• Katastrophisieren: Das ständige Erleben von Gedanken über das Schlimmste, was passieren könnte.

Physische Symptome
• Herzklopfen: Schnelles oder unregelmäßiges Herzschlagen.
• Schwitzen: Übermäßiges Schwitzen, auch ohne körperliche Anstrengung.
• Tremor: Zittern oder Beben, oft der Hände.
• Atemnot: Gefühl der Kurzatmigkeit oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen.
• Schwindel: Gefühl der Benommenheit oder Schwindelanfälle.
• Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall.
• Muskelverspannungen: Verkrampfungen oder Schmerzen in den Muskeln.
• Schlafprobleme: Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen.

Verhaltenssymptome
• Vermeidung: Vermeidung von Situationen oder Orten, die Angst auslösen könnten.
• Rückzug: Rückzug aus sozialen Aktivitäten oder Beziehungen.

Verhaltenstherapie bei Angststörungen
Angststörungen werden durch eine Kombination verschiedener Therapieansätze behandelt, die individuell auf die betroffene Person zugeschnitten sind. In dieser Praxis wenden folgende Methoden angewendet:

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
Die KVT unterstützt, ungünstige Gedanken und Verhaltensweisen zu erkennen, die zur Auslösung und Aufrechterhaltung der Angstsymptomatik beitragen. Betroffene lernen, ungünstige Denkmuster (z.B. zu hohe Erwartungs- und Anspruchshaltung) zu hinterfragen und durch günstigere, hilfreichere Gedanken zu ersetzen. 

Expositionstherapie
Die Expositionstherapie ist eine spezifische Technik innerhalb der Verhaltenstherapie, die besonders wirksam bei der Behandlung von Angststörungen ist. Sie basiert auf dem Prinzip, dass der direkte Kontakt mit angstauslösenden Reizen, ohne dass die befürchteten negativen Konsequenzen eintreten, zu einer Reduktion der Angst führt. Grundprinzipien der Expositionstherapie:
• Habituation: Mit wiederholtem Kontakt zu angstauslösenden Reizen nimmt die Angstreaktion allmählich ab, da das Nervensystem sich an die Reize gewöhnt.
• Erwartungsverletzung: Betroffene erfahren, dass die befürchteten negativen Konsequenzen nicht eintreten, was zur Veränderung der Angstwahrnehmung führt.
• Selbstwirksamkeit: Durch den erfolgreichen Umgang mit angstauslösenden Situationen wird das Vertrauen in die eigenen Bewältigungsfähigkeiten gestärkt.

Selbsthilfemaßnahmen
• Entspannungstechniken (wie Progressive Muskelentspannung, Atemübungen, Autogenes Training) können hilfreich begleiten.
• Lebensstilanpassungen (wie regelmäßige körperliche Aktivität, ausreichend Schlaf) unterstützen effektiv.



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